Ausgleich in letzter Sekunde: Union trennt sich 3:3 von St. Pauli
22.012 Zuschauer – und damit so viele wie noch nie bei einem Zweitligaspiel im Stadion An der Alten Försterei – sahen eine unfassbar spannende Partie zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem FC St. Pauli. Nach jeweils drei Treffern auf beiden Seiten teilen die beiden Teams am Ende die Punkte.
Union-Trainer Sascha Lewandowski entschied sich, gegen St. Pauli mit einem 4 – 2 – 3 – 1-System zu beginnen. Dabei konnte der gebürtige Dortmunder auf Offensivspieler Maximilian Thiel zurückgreifen, der nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung stand und gleich den Sprung in die Startelf schaffte.
Haas – Kessel, Puncec (77. Trimmel), Leistner, Parensen – Zejnullahu (46. Fürstner), Daube (77. Skrzybski) – Brandy, Kreilach, Thiel – Wood
Die hohe Konzentration beider Teams war mit Anpfiff spürbar. Hausherren und Gäste gingen äußerst engagiert zu Werke und ließen der gegnerischen Offensive nur wenig Raum. Erste zaghafte Möglichkeiten entschärften die beiden Torhüter ohne größere Probleme. Erstmals gefährlich wurde es nach 20 Minuten im Union-Strafraum. Im großen Durcheinander, wo viele Beine einen Ball jagten, konnten letztendlich die Eisernen in höchster Not klären. Nur zwei Minuten später nutzten die Hamburger die erste Unaufmerksamkeit der Gastgeber und erzielten die Führung. Eine Flanke erreichte Waldemar Sobota, der per Dropkick für das 0:1 aus Union-Sicht verantwortlich war. Die Hausherren verdauten den Schock schnell und begannen nun etwas besser, die sich bietenden Räume zu nutzen. Binnen 180 Sekunden drehten die Köpenicker das Spiel zu ihren Gunsten. Eine Flanke von Eroll Zejnullahu strich an Freund und Feind vorbei. So auch am Hamburger Keeper Robin Himmelmann, der irritiert schien und den Ball ins Netz rutschen ließ (42.). Ein kurioser Treffer, der den Ausgleich bedeutete. Für Eigengewächs Eroll Zejnullahu war es der erste Profi-Treffer im Union-Trikot. Das Spiel drehte dann Maximilian Thiel, der nach herausragender Vorarbeit von Michael Parensen aus Nahdistanz zum 2:1 einnetzte (45.). Der mitreißende Jubel über den Treffer war noch nicht verhallt, da bat Schiedsrichter Robert Schröder beide Mannschaften in die Kabine.
Die Gäste aus Hamburg kamen keineswegs geschockt aus der Kabine. Im Gegenteil - St. Pauli versuchte mit starken Angriffen umgehend den Ausgleich zu erzielen. Nur zwei Minuten waren gespielt, da scheiterten die Hamburger Bemühungen am Aluminium (47.). Besser machte es Marc Hornschuh nur sieben Minuten später. Eine Flanke konnten die Köpenicker nur unzureichend klären, so dass sich Hornschuh an der Strafraumkante ungehindert den zweiten Ball sicherte. Sein wuchtiger Volleyschuss schlug unhaltbar im Kasten von Union-Keeper Daniel Haas ein (54.). Nach dem 2:2 übernahmen die Kiezkicker zunehmend die Spielkontrolle. Der eingewechselte Sebastian Meier hätte per Freistoß erhöhen können, doch auch ihm stand der Pfosten im Weg. Jeremy Dudziak drehte dann die Partie zu Gunsten der St. Paulianer. Nach einem Eckball beförderte der 20-Jährige das Leder mit etwas Glück mit dem Rücken über die Linie (72.). Die Eisernen bewiesen jedoch Moral und ließen sich vom neuerlichen Rückstand nicht unterkriegen. Chance um Chance erspielten sich die Hausherren, der Ball jedoch fand nicht den Weg zum Ausgleich ins Tor. Der Schiedsrichter hatte buchstäblich schon die Pfeife im Mund, da spielte Steven Skrzybski den letzten Pass in Richtung Elfmeterpunkt. Damir Kreilach versuchte sich erneut, doch auch dieser Schuss scheiterte an den Abwehrbeinen der Hamburger. Doch das Glück war diesmal auf Seiten der Berliner. Der Ball fand den Weg zu Benjamin Kessel, der frei vor dem Tor keinerlei Probleme hatte das Spielgerät zum 3:3-Endstand im Tor unterzubringen.
„Mich hat es natürlich gefreut, dass die Jungs nach dem nächsten engen Spiel nicht erneut mit gesenkten Köpfen vom Platz gehen mussten. Wir haben sehr intensiv gearbeitet und wurden am Ende belohnt. In der ersten Hälfte hatten wir zu wenig Tempo im Spiel. Klar, hat St. Pauli nur wenig angeboten, aber trotzdem müssen wir da in vielen Situationen schneller agieren. Zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir in der Defensive zu viel zugelassen. Uns fehlt es allgemein an letzter Konsequenz in der Verteidigung. Die letzten 20 Minuten waren dann natürlich wieder richtig gut. Da haben wir nicht planlos agiert und uns fußballerisch gute Chancen erspielt“, so Sascha Lewandowski nach dem Spiel.
Am kommenden Wochenende geht es für die Eisernen mit einem Heimspiel weiter. Am Samstag, dem 24.10.2015 treffen die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei auf den SC Paderborn. Der Anstoß erfolgt um 13:00 Uhr.